Die Freiheit der Kolumne

Ute Baumhackl zappt zu viel, fürchtet sich vor zu langen Ferien und ist davon überzeugt, dass Schreiben die Welt verändert.

 Marion Fabianek:

Worüber kann „die Beste aller Ehefrauen“ lachen?

UTE BAUMHACKL:  Hoffentlich über ihren Mann Bernd Melichar. Sie und ich sind aber nicht identisch.

 

Marion Fabianek:

Sie haben Sprachen studiert, sind dann aber doch lieber Journalistin als Lehrerin geworden. Warum?

UTE BAUMHACKL:  Natürlich aus Angst vor zu langen Ferien.

 

Marion Fabianek:

Stichwort „männlicher Humor – weiblicher Humor“: Wo liegt für Sie der Unterschied?

UTE BAUMHACKL:  Keine Ahnung. Grundsätzlich kommt mir, dass schon die ganz normale männliche Konversation stärker auf Pointen getrimmt ist. Hat wohl mit Testosteron zu tun: Wer die bessere Wuchtel druckt, ist Sieger.

 

Marion Fabianek:

Wann beziehungsweise wobei ist bei Ihnen „Schluss mit lustig“?

UTE BAUMHACKL:  Insgesamt: viel zu selten.

 

Marion Fabianek:

Wie finden Sie die Themen für Ihre Kolumnen? Oder finden die Themen Sie?

UTE BAUMHACKL:  Meistens entsteht das Kolumnenthema im Gespräch mit meinem Kollegen Bernd Melichar. Und dann schreibt erst recht jeder, was er will.

 

Marion Fabianek:

Was ist lustiger? Lesen oder schreiben?

UTE BAUMHACKL:  Lesen! Schreiben ist Arbeit. Geschrieben haben ist aber auch nicht schlecht.

 

Marion Fabianek:

Als stellvertretende Leiterin des Kultur- und Medienressorts eines großen steirischen Tagesmediums würden wir Sie gerne fragen: Was bevorzugen Sie im TV? Heiteres oder Ernstes? Oder je nach Tagesverfassung?

UTE BAUMHACKL:  In Wahrheit zappe ich viel zuviel.

 

Marion Fabianek:

Gibt es einen Lieblingsautor bzw. eine Lieblingsautorin?

UTE BAUMHACKL:  Hui, schwer. Ich bin da eher treulos, aber A. L. Kennedy, David Foster Wallace, Mathias Grilj gelten eigentlich immer.

 

Marion Fabianek:

Kann man schreibend die Welt verändern?

UTE BAUMHACKL:  Ich hoffe, sonst hätten wir die Schrift wirklich nicht erfinden brauchen.

 

Marion Fabianek:

Was machen Sie am liebsten, wenn Sie nicht schreiben?

UTE BAUMHACKL:  Private Dinge.

 

Marion Fabianek:

Gibt es auch ein neues Buchprojekt?

UTE BAUMHACKL:  Nein.

 

Marion Fabianek:

Und zum Abschluss: Was war Ihr erster Gedanke, als Robert Preis Sie zu unserem Literaturfestival eingeladen hat? Ganz offen bitte :-)!

UTE BAUMHACKL:  Jessas, warum ich?

 

Marion Fabianek:

Ich bedanke mich gleich einmal im Voraus ganz herzlich für dieses Mail-Interview – und freue mich weiterhin schon sehr darauf, Sie persönlich kennenzulernen, spätestens bei unserem Literaturbrunch am 1. Juli :-).